Eustoma grandiflorum

Japanrose, Glockenenzian, Prärieenzian, Tulpenenzian, Schönkelch

Prärieenzian

Eustoma ist eine Gattung aus der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Sie beinhaltet 3 Arten, von denen bei uns nur Eustoma grandiflorum bekannt ist.

Der Prärieenzian findet als Schnittblume Verwendung und wird gelegentlich im Topf angeboten. Zu erhalten ist er in vielen Farben, zum Beispiel mit roten, rosa, lila, weißen oder mehrfarbigen Blüten.

Da er in der Pflege ein wenig heikel ist, gilt er leider als Wegwerfpflanze.

Warum er auch als Japanrose angeboten wird, erschließt sich mir nicht, denn sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den USA bis nach Mexiko. Seinem natürlichen Lebensraum und der botanischen Zuordnung entsprechend, halte ich Glockenenzian oder Prärieenzian für die passenden Trivialnamen.

Pflege
  1. Standort: voll- bis teilsonnig
  2. Substrat: durchlässig, Kakteenerde, Blumenerde-Tongranulat-Sand-Mix (2:1:1)
  3. Gießen: antrocknen lassen
  4. Düngen: April bis September
  5. Temperatur: Zimmertemperatur ganzjährig, oder bei 5-15 °C überwintern
  6. Vermehrung: Samen

Standort: Eustoma grandiflorum eignet sich für die ganzjährige Kultur im Zimmer, lässt sich aber auch gut auf dem Balkon übersommern. Dahin sollte er erst kommen, wenn nicht mehr mit Frost zu rechnen ist. An die direkte und nicht mehr durch ein Fenster gefilterte Sonne muss man ihn langsam gewöhnen.

Optimal ist ein vor Regen geschützter Standort, der dem attraktiven Enziangewächs mindestens 4 Stunden täglich Sonne bietet.

Da seine Wurzeln empfindlich auf zuviel Nässe reagieren, sollte das Substrat gut durchlässig sein. Bei mir hat sich eine Mischung aus 2 Teilen Blumenerde und je einem Teil Sand und Bimskies (oder Tongranulat) bewährt.

Mit dem Umtopfen von blühenden Exemplaren würde ich bis nach der Blüte warten, sonst können sie die Knospen abwerfen. Es sollte möglichst viel von der alten Erde entfernt werden.

Gießen: Gießen muss man mit Fingerspitzengefühl, das Substrat darf weder unter Wasser stehen noch austrocknen.

Bei kurzzeitiger Ballentrockenheit können Blüten und Knospen abgeworfen werden. Staunässe führt zum Verfaulen der Wurzeln, dafür reichen Wasserreste, die für 2 bis 4 Tage im Untersetzer verbleiben.

Eustoma grandiflorum

Düngen: Zum Düngen eignen sich die üblichen Flüssig- oder Langzeitdünger, die von April bis September gegeben werden können. Im ersten Jahr nach dem Umtopfen ist keine Düngung erforderlich.

Schneiden: Verblühte Triebe können abgeschnitten werden, sobald sie beginnen zu vergilben und sich neue Triebspitzen zeigen.

Überwintern

Da es ihm im Winter bei uns an Licht fehlt, ist während dieser Zeit ein kühler Standort, so um die 10 °C ideal. Dort stellt der Prärieenzian sein Wachstum ein. Er wird jetzt nur schlückchenweise gewässert.

Wärmer oder kühler geht auch, im geheizten Wohnzimmer ist er allerdings anfällig für Spinnmilben.

Glockenenzian

Vermehrung

Saatgut von Eustoma grandiflorum ist im Fachhandel zu erhalten. Da die Pflanzen nach der Blüte aber reichlich Früchte ausbilden, muss man sie nicht extra kaufen. Ernten kann man, sobald die Samenkapseln vertrocknet sind.

Die Samen wirken auf den ersten Blick, als wären sie bereits verfault. Davon darf man sich nicht irritieren lassen.

Sie kommen nur auf das Substrat und werden leicht angedrückt. Bei Temperaturen um die 24 °C, zeigen sich die ersten Keimlinge nach 10 Tagen.

Eustoma-Samen

Samenkapsel (links) und Sämlinge (rechts).

Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, stülpt man einen Gefrierbeutel über den Topf. Damit sich kein Schimmel bildet, muss einmal täglich gelüftet werden. Die erde hält man gleichmäßig feucht, aber nicht tropfnass.

Der passende Standort für die Aufzucht des Prärieenzian ist hell, aber ohne direkte Mittagssonne, bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C.

Eustoma grandiflorum

Von Eustoma grandiflorum werden auch Minis angeboten. Die häufiger gegossen werden müssen als die großen Exemplare, da die Topfballen gut durchwurzelt sind.

Eustoma grandiflorum Japanrose