Balkonpflanzen düngen

Das Angebot an Nährstoffen für im Kasten, Kübel oder Topf kultivierte Pflanzen ist begrenzt. Im Gegensatz dazu, ist die Auswahl an Düngemitteln fast unüberschaubar groß. Für beinahe jedes Gewächs gibt es spezielle Dünger. Braucht man die wirklich?

Ja, aber nur wenn man als Hersteller für sich und seine Mitarbeiter Gewinn erwirtschaften muss. Viele Pflanzen kommen mit weit weniger Dünger aus, als auf den Packungen, in der Literatur und den davon abschreibenden Webseiten angegeben wird.

Zumindest sind das meine Beobachtungen, denn ich dünge schon seit Jahren getreu dem Motto: Weniger ist mehr.

Wissenschaftlich belegen kann ich meine Thesen aber nicht.

Wie ich dünge

Im ersten Jahr nach dem Kauf, Einpflanzen oder Umtopfen, erhalten meine Pflanzen keinen Dünger.

In der Regel wurden sie von der aufziehenden Gärtnerei mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Oder von mir in frischer Erde selbst gezogen. Die meisten sogenannten „handelsüblichen“ Substrate sind nämlich vorgedüngt.

Wenn jährlich umgetopft oder die Hälfte der Erde erneuert wird, müssen viele Pflanzen nicht zusätzlich gedüngt werden.

Zumeist gebe ich im ersten Jahr nach dem Umtopfen die Hälfte der vom Hersteller angegebenen Menge. Erst ab dem zweiten Jahr gibt es die volle Konzentration.

Wann und wie oft ich dünge

Ich dünge meine Pflanzen, mit Ausnahme der im Winter wachsenden Arten, nur von April bis September.

Die flüssige Variante verabreiche ich einmal im Monat.

Langzeitdünger (Stäbchen, Granulat) kommen zu Beginn der Wachstumszeit und im Sommer in die Töpfe.

Wenn ich es nicht vergesse. Was ab und öfters geschieht.

Welche Düngersorten ich verwende

Derzeit verwende ich noch Flüssigdünger, Stäbchen, Granulate auf mineralischer Basis, für Grün- oder Blühpflanzen, Kakteen, Orchideen.

Seit einiger Zeit arbeite ich mit organischem Flüssigdünger für Gemüse, der soll die oben genannten Sorte ersetzen, sobald sie aufgebraucht sind.

balkonpflanzendünger

Dünger für Balkon- und Kübelpflanzen: flüssiger Grünpflanzendünger (grün), organischer Gemüsedünger (braun), Stäbchen sowie ein Granulat für Sukkulenten.

Tipp: Aquarium- und Teichwasser enthält Nährstoffe und eignet sich gut zum Gießen von Pflanzen.

Überdüngung

Erhalten Pflanzen zuviel Kunstdünger, dann färben sich ihre Blätter und Triebe gelb, vertrocknen und sterben ab. Sie „verbrennen“ quasi.

Liegt ein Verdacht auf Überdüngung vor, sollte sofort umgetopft werden. Die alte Erde muss man vollständig entfernen. Idealerweise verwendet man ein ungedüngtes Substrat, sofern man eines findet.

Nachtrag

In der Literatur werden häufig Bilder von angeblich unterernährten Pflanzen gezeigt. Ihre Blätter sind blass bis gelblich gefärbt oder fast durchsichtig. Diese Chlorosen können auch andere Ursachen haben.